Montag, 21. Februar 2011

Fr. AliSavon nachdenklich...

Ich sollte bereits im Bett sein, aber Hr. AliSavon ist bis morgen früh arbeiten, die Kinder längst ins Bett verfrachtet und hoffentlich in süssen Träumen... Ein letzter Blick auf den Blog, es könnte ja noch jemand die absolut ultimative Namensidee für die Olivenölseife gehabt haben..., nee, nix Neues... ach doch Frau Gartenzwerg hat auch grad noch was Lustiges eingestellt - ein Lächeln auf meinen Lippen...

Ich habe diesen Blog hier einzig und allein wegen der Seiferei eröffnet. Im Naturseifeforum (was für mich ja schon ein Schritt war!) hab ich all diese wunderbaren Blogs gesehen. Das wollte ich auch. Mit euch teilen, Spass haben, Leute kenen lernen... Andere Hobbys (Frisuren, Likör, Senf...) kam dazu. Und manchmal auch was Persönliches. 
Meine Liste der Blogs die ich verfolge ist stetig gewachsen und meine begrenzte Zeit erlaubt es mir gerade mal da überall schnell vorbei zu huschen und Ab und Zu auch einen Kommentar zu hinterlassen. 

Manchmal isses anders. Heute. Um mich rum Totenstille (nein ich brauch keinen Fernseher als Hintergrundmusik), für schwierige Aufgaben (z.B. die anstehende Steuererklärung) ist´s zu spät, aber ich bin ja grad auf Zwergens Seite und hab das Grinsen... Ohne Plan klick ich einfach mal auf jemanden in Ihrer Leserliste und lande bei Allerlei, um zu sehen wie gerade ein Kalb geboren wird, oder wie Schafe, Hunde & Katzen in Eintracht miteinander leben. Und schon hab ich die heile Seifenwelt verlasssen...
Wieder ein Klick auf die Leseliste von "Allerlei" bringt mich zur Dicken alten Frau, bei der ich ein herzallerliebstes Welpenbaby entdecke und eigentlich schon wieder weiter wandere, nämlich über ihre Leseliste zu Jonathan, auf dessen Blog ich mit vielen Fotos empfangen werde... Hier wird nicht mehr gebastelt... hier sind Menschen, Alte und Junge, Gesunde und Kranke. Jonathan ist Besonders, er hat das Down syndrom. Im letzten Post von Jonathan findet sich auch gleich ein Hinweis auf einen weiteren Blog, in der Leseliste von Jonathan ganz oben: Der besonders-gewöhnlich -Blog von Robert. Robert ist ein authistisches Kind und seine Mama musste im Blog mit einem Kommentar umgehen. Ein Kommentar, der ihr sehr weh getan hat, weil es darum ging, wie man "solche" Kinder überhaupt lieb haben kann...
Natürlich war ich erschüttert, wie jemand solch einen Kommentar einer Mutter schreiben kann. Aber ich finds klasse, dass sie ihn nicht einfach gelöscht hat!!!

An dieser Stelle habe ich meine "Blog-Wanderung" für heute abgeschlossen. Ich bin tief berührt und erstaunt, wie offen, ehrlich, liebevoll, herzlich und kompetent hier berichtet wird. Gleichzeitig aber auch betroffen, wie "einfach gestrickt" doch manche denken... 

Hut ab vor dem Mut sich so kund zu tun, aber ich glaube es kommt auf diesem Weg auch ganz viel zurück, denn im realen Leben steht man doch meist allein da...

Auweia, was ist denn das für ein Problem, wenn ein PÖ Grießbrei fabriziert? - Gar keins!

Schlaft schön...

Kommentare:

  1. Oh Anke, so gings mir auch schon oft. Ich habe mich zur Blog-Surferin entwickelt, seit dem ich blogge und Blogs lese und es gab schon abende, an denen ich Rotz und Wasser heulend vor dem PC saß, weil ich auf einem Blog gelandet bin, der mich so sehr berührt hat. Und dann kann ich aber auch wieder die leichtigkeit meiner PÖ-Problemchen genießen und mir darüber klar sein, dass es schön ist, dass ich dafür überhaupt Kapazität habe ;-) Das heißt ja, dass es mir eigentlich wirklich sehr, sehr gut geht.

    Schlaf schön und liebe Grüße!

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  2. Elisabeth (Roberts Mama) ist eine außergewöhnliche Frau. Ich verfolge Ihren Blog schon etwas länger und er trieft vor Liebe aus allen Poren. Aber auch die Probleme und Ängste zeigt er. Und genau das bringt mich immer wieder zum Nachdenken. Ich bin für solche Blogs äußerst dankbar und habe dadurch schon einige liebe Menschen kennen gelernt.

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  3. Schön hast Du das geschrieben. Allerdings kann es auch ein kleiner Weg aus seinem Tagesgeschehen in eine verzauberte Welt sein, was alles gebastelt und gewerkelt wird. Und jeder stellt wunderschöne Bilder ein. Die Blogs sind für mich oft ein kleiner Ausflug in eine schöne Märchenwelt, wo noch fast alles in Ordnung ist!
    Wünsche Dir einen wunderschönen Tag

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  4. Wie recht du hast mit deinen Worten.
    Da werden die eigenen Problemchen auf einmal ganz ganz klein.
    LG, Christin

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  5. Ich gehe auch ab und an mal auf eine Blogwanderung und ich muss sagen, diene Worte über deine abendliche Blogwanderung macht nachdenklich und rüttelt etwas wach. Sie sind schön gewählt und holen einen auch wieder in die reale welt zurück.
    Trotz allem sollte uns die Freude an der Seiferei nicht genommen werden, das ist doch so ein wneig der Filter, oder?
    Und wenn ein zickiges PÖ kommt, wenn der Seifen-Kobold wieder zuschlägt, weiter schimpfen und fluchen und das ganze mit einem kleinen Lächeln im Hinterkopf und den Gedanken es gibt Schlimmeres....
    Ich sehe in meinem Beruf tgl. soviel Leid und Trauer, aber auch ganz oft starke, selbstbewusste Menschen.

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  6. Oh, ich bin also nicht die einzige, die nächtlicherweise auf Blogwanderung geht und plötzlich Einblicke in Welten bekommt, die einem sonst eher verschlossen geblieben wären. Wie schön!

    Roberts Blog habe ich auch schon entdeckt, genauso wie die vielen Blogs von Familien mit besonderen Kindern unterschiedlichster Art.

    Eine wunderbare Wortneuerwerbung stellt das "Glückschromosom" für Trisomie21 dar. Ja, diese Kinder sind oftmals glücklicher als wir Leute mit standardmäßiger Chromosomenausstattung, dabei haben wir es doch eigentlich viel leichter ohne Handicaps. Was die Frage aufwirft, warum machen wir es uns also so schwer, glücklich zu sein, und neigen dazu, das Haar in der Suppe solange zu suchen, bis wir eines finden (notfalls legt man sich noch eins rein, damit man was zu Jammern hat). Warum freuen wir uns nicht einfach darüber, verhältnismäßig gesund und handicapfrei zu sein?

    Zickende PÖs sind lästig und können einen in der Siedeküche zeitweilig zur Verzweiflung treiben, aber eigentlich sind sie ein Luxusproblem. Darum lache ich hinterher auch darüber, wenn es mir widerfahren ist und beschreibe meine alltäglichen Kleinstkatastrophen mit Humor und einem Augenzwinkern. Denn: Es gibt wirklich Schwerwiegenderes. Aber ich schreib trotzdem auch darüber, weil ich durchs Bloggen soviele unterschiedliche Leute kennenlernen durfte und gemeinsames Lachen auch dazugehört.

    Bloghopsen ist eine wunderbare Art, über den eigenen Tellerrand zu blicken. Und um seinen Horizont wieder geradezurücken und das eigene Dasein mit seinen Problemen zu relativieren.

    Und dann hätte ich da noch eine Frage:
    Wieso lande ich eigentlich spätestens nach 3 Klicks immer auf Blogs von amerikanischen Müttern, die Homeschooling machen (interessant, sehr engagierte Eltern - aber absolut nicht meine Vorstellung von Erziehung und Bildung)???
    Besteht die Blogwelt zu 95% aus solchen Muttis oder mach ich was falsch?

    Grübelgrüße
    Postpanamamaxi

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  7. Hallo Postpanamamaxi,
    ich bin der Meinung Kinder gehören in eine Schule mit anderen Eltern, das hat meiner Meinung miz engagiert nichts zu tun. Vor den Gefahren dieser Welt kann ich sie so auch nicht schützen, dann kommen sie später mit "bösen" Menschen in Berührung und das sie mehr lernen... ja das mag sein, aber das könnten sie so auch machen. Und mit Spaß lernen, ja gut das kann natürlich sein, aber das Leben besteht eben nicht nur aus Spaß....

    Solong

    LG Liora

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  8. Ich war noch nie auf einer homescoolenden Familienseite :-O
    Aber oft auf Blogs liebevoller amerikanischer Mütter :-D

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  9. Puh... ihr Lieben, mit soviel Resonanz hab ich gar nicht gerechnet. War halt aus dem Bauch raus geschrieben. Hab sonst nicht so die Zeit für ausschweifende Blogwanderungen... Ich glaube es hat mich so berührt, weil es sich um "wirkliche" Menschen, Schicksale, Wünsche und Träume handelt und nicht um irgendwelche Karikaturen in einer TalkShow.
    Hm, und ich war auch noch nie auf einer Ami-Homeschooling-Mum, was 1. eben an meinen wenigen Ausflügen liegen kann und 2. daran, dass mein Englisch grottenschlecht ist...
    Unsere Kids sind jedenfalls beide mit einem Jahr in die Kita gegangen und es hat ihnen nicht geschadet. Sie sind beide sehr anders, können einen auf sehr unterschiedliche Art und Weise zum kochen bringen und sind beide überaus liebenswert.
    LG Anke

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  10. Ja, es gibt hervorragende Blogs, traurige, fröhliche, bunte, nachdenkliche .. manche sind alles zugleich.
    Dein Beitrag gefällt mir sehr.
    Was mir in dem Zusammenhang gerade einfällt, ist, dass jemand in einem Forum in dem ich schreibe immer und immer wieder betont, dass das ja alles Internet und nicht das Real Life sei. Zum einen stellt sich da für mich die frage was so jemand dann im Internet macht und zum anderen sehe ich das einfach anders.
    Das Internet, Foren, Blogs.. es bringt Menschen zusammen, die gleiche Interessen haben, ähnlich denken usw. es weckt möglicherweise auch Lust auf neues, bringt neue Hobbys. Es macht auch nachdenklich, zeigt einem Schicksale, man nimmt Anteil und fühlt mit. Einige liebgewonnene Menschen habe ich schon im Internet kennengelernt und diese auch real getroffen, diese möchte ich keinesfalls mehr missen. Das Internet ist längst ein Teil des realen Lebens, zumindest bei mir.

    Natürlich ist ein zickendes PÖ nicht wirklich wichtig im Gegensatz zu vielen anderen Dingen, wie z.B. Handycaps. Aber auch dieses Thema hat seinen Platz. Was schlimmeres als irgendwas gibt es schließlich immer.
    Solange man seinen Sinn für die wesentlichen Dinge im Leben bewahrt ist ja alles in Ordnung.

    Lieben Gruß
    Katja

    PS: homeschool-mamis sind mir auch noch nicht begegnet... liegt wohl auch an meinem miesen Englisch. lach

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  11. Liebe Kazi, du sprichst mir aus der Seele. Vielleicht war es genau das was ich gefühlt habe. Zumindest in Foren, aber insbesondere in Blogs, bin ich schon der Meinung, dass es sehr persönlich ist. Sogar auf reinen Bastelblogs, weil es gerade diese Bastelei ist, die Demjenigen zum liebgewordenen Hobby geworden ist. Und die sehr speziell persönlichen Blogs, wie die von Robert oder Jonathan... na, sowas denkt sich keiner aus.
    Und dann ist da noch das reale Leben, wo man viel weniger Leute kennt, die die gleichen Interessen und Schiksale teilen. Somit ist das I-net etwas, was uns auch über weite Entfernungen zusammen führt. Erst heut morgen bei den Nachrichten im Radio musste ich als Allererstes an die liebe Christine von Kunst&Glas in Neuseeland denken und ob ihr hoffentlich nichts bei dem schlimmen Erdbeben passiert ist. Sooo weit weg...
    Das "zickige PÖ" war nur ein Beispiel für die vielen kleinen Unwegbarkeiten des Lebens, die wir manchmal so wichtig nehmen. Und ja, in dem Moment ist es auch wichtig (...solange man sich den Sinn für das Wesentliche bewahrt).
    LG Anke

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  12. Hallo Anke,
    das gibts doch nicht??? Ich war zeitgleich mit Dir auch auf Blogwanderschaft. Irgendwann bin ich dann auf einem Blog gelandet, wo mir die Tränen so runterliefen. Es ging um ein krankes aber trotzdem fröhliches 16-jähriges Mädchen. Dann stand da plötzlich die Nachricht vom Hirntod, der Organspende und vom Brief, den die Eltern von der verantwortlichen Organisation erhalten hatten. Sie hatte 4 Organe gespendet und damit 4 Menschen das Leben gerettet.
    Es hat mich so fertig gemacht, da mein Mann nur deswegen lebt, weil er vor einigen Jahren in letzter Sekunde unter dramatischen Umständen ein Organ erhalten hat.
    Die Blogseite hat mich sehr berührt.

    Ich bin dem Spender bzw. der Spenderin die anonym bleibt, unentlich dankbar !

    Caroline

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  13. Liebe Anke,
    Du hast ja so Recht. Oft regen wir uns wirklich über Nichtigkeiten auf, die den Ärger gar nicht wert sind. In meinem Umfeld gibt es 2 Familien mit behinderten Kindern, ich weiß, wie schwer sie es haben, und trotzdem wird nicht geklagt, sie packen ihr Leben und machen das Beste draus.
    Wir sollten uns öfter daran ein Beispiel nehmen.
    Ich habe mit dem Blogen begonnen, weil ich mich mit Gleichgesinnten über unsere Hobbies austauschen wollte, aber eigentlich ist es viel mehr - man erfährt so viel über andere, Gutes und weniger Gutes, man freut sich oder ist betroffen, es ist eine wirkliche Bereicherung.
    Den Blog von Robert und Jonathan werde ich mir in einer ruhigen Stunde ansehen, ich muss noch arbeiten und verheulte Augen kommen bei den Gästen nicht so gut an.
    LG
    Brigitte

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  14. Ich danke euch Allen für die vielen, lieben offenen Worte.
    Irgendwie sind wir schon alle auf einer Wellenlänge... und das ist gut so!
    LG Anke

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